Der Kulturverein Berg widmet dem 2012 verstorbenen Sänger, Dirigenten, Maler und Schriftsteller Dietrich Fischer-Dieskau ein Gedenkkonzert im Rittersaal von Schloss Kempfenhausen.

Rittersaal von Schloss Kempfenhausen
Milchberg 11
82335 Berg

EINTRITTSKARTEN

à 28,– € erhältlich bei

DROGERIE HÖCK

Marienstraße 2

Berg / Aufkirchen

ODER ÜBER E-MAIL

mollerus.kulturverein@gmx.de

Restkarten sind auch an der Abendkasse erhältlich.

Wegen der begrenzten Platzkapazität wird frühzeitige Reservierung empfohlen.

Benjamin Appl, einer seiner wichtigsten Schüler und heute auf der ganzen Welt gefeierter Bariton, wird seine herausragende Interpretation der „Winterreise“ von Franz Schubert vortragen.

Er wird begleitet von der japanischen Pianistin Akemi Murakami, die heute zu den gefragtesten Lied -und Kammermusikpartnerinnen ihrer Generation zählt.

Prof. Dr. Dr. h.c. Dieter Borchmeyer wird die Gedenkrede halten.

Dietrich Fischer-Dieskau war eine der größten Sängerpersönlichkeiten in der Welt der klassischen Musik, als Künstler und Lehrer eine Jahrhunderterscheinung. Seine Interpretationen sind auf unzähligen Aufnahmen dokumentiert, sie faszinieren bis heute zutiefst. Bereits seit Mitte der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts war er Bürger der Gemeinde Berg, eingetragen in das Goldene Buch Berg im Jahre 2001. Obwohl auf den bedeutendsten Bühnen und Konzertsälen der Welt zuhause, konnte man ihn auch auf Veranstaltungen rund um den Starnberger See erleben. Für die, die dabei waren, sicher unvergesslich.

Zu Schuberts „Winterreise“ hatte Dietrich Fischer-Dieskau eine ganz besondere Beziehung. Sie war bereits zu seinen frühesten Zeiten, noch als Schüler, im Januar 1943 im Zehlendorfer Rathaus in Berlin, seine „erste Darbietung“. Die „Winterreise“ ließ ihn nie los, insgesamt erschien über die Jahre ein Dutzend Aufnahmen,

Vor 10 Jahren, im Mai 2012, ist Dietrich Fischer-Dieskau in seinem Haus in Berg gestorben.

Prof. Dr. Dr. h.c. Dieter Borchmeyer, langjähriger Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, war über viele Jahre mit Dietrich Fischer-Dieskau befreundet.

Er wird die Gedenkrede halten mit dem Titel: „Arbeiter im Weinberg des Herrn und nichts weiter“.

Benjamin Appl sagt über seinen Lehrer und das Programm des Abends:

“Wir arbeiteten jeweils für mehrere Tage stundenlang an meinem Repertoire, kurz bis vor seinem Tod im Mai 2012. Er ist immer noch für mich das größte Vorbild als Sänger. Als Lehrer hat er mir so vieles mit auf dem Weg gegeben. Zutiefst war ich beeindruckt von seiner Ernsthaftigkeit, sich so umfassend mit der Musik auseinander zu setzen. Er lehnte sich nie zurück oder war fertig, ein Werk final zu beurteilen und hatte immer den Antrieb, mehr aus der Musik und dem Text zu ziehen. Dies sind Erinnerungen, die ich für den Rest meines Lebens dankbar in mir tragen werde.”

“Die Winterreise ist für mich eine Suche nach Licht, nach Wärme, nach Geborgenheit. Natürlich ist hier einer, der verlassen wurde. Aber eben auch ein Suchender, ein (Wage-)Mutiger, der nach einem Ausweg, nach dem Licht sucht. Einer, der sein Glück selbst in die Hand nimmt, nicht aufgeben will und kann. Ein Aufgeklärter und Aufklärender. Aber eben auch ein Träumer. Nach 23 Liedern begegnet der Winterreisende am Ende dem ersten menschlichen Wesen, einem Musiker: Eine sehr geheimnisvolle, völlig unverständliche Figur, die sich ebenso aufgemacht hatte. Und schließlich kommt für mich nach der durchgängigen Entfremdung im ganzen Zyklus das große Mysterium zum Vorschein: Die Perspektive der Gemeinschaft.”

www.benjaminappl.de

Auch die Pianistin Akemi Murakami verbindet eine besondere Beziehung zu Dietrich Fischer-Dieskau. Sie sagt dazu:

„Dem großen Sänger und Künstler Dietrich Fischer-Dieskau ein Konzert zum Gedenken an die zehnte Wiederkehr seines Todestages zu widmen, ist eine große Ehre für mich, besonders hier in Berg, seiner letzten Heimat mit Blick auf den wunderschönen Starnberger See.
Fischer-Dieskau hat durch sein Leben das Kunstlied aus dessen langem Dornröschen-Schlummer erweckt. Treu zu Text und Musik und seine eigene Menschlichkeit und Musikalität ehrlich und aufrichtig herausfordernd, gelang es ihm, die Lieder in seinen Interpretationen so lebendig und interessant zu machen, dass wir auch heute noch zutiefst davon fasziniert sind.
Während meiner Studienzeit in Kyoto begegnete ich schicksalhaft einem Buch mit dem Titel ‚Die Kunst der Begleitung‘. Ich war tief beeindruckt von den unendlichen künstlerischen Möglichkeiten des deutschen Liedes und musste sofort in einen Plattenladen gehen, wo ich auf eine CD mit Fischer-Dieskaus ‚Die schöne Müllerin‘ stieß. Der deutsche Sprachklang und die Musik, die ich darauf hörte, waren so poetisch, musikalisch, emotional und intim, dass ich die Begeisterung aus der Lektüre des Buches nicht nur bestätigt, sondern um vieles verstärkt fand.

Benjamin und ich stellen uns der Herausforderung, dem Gedenkkonzert für den Meister des deutschen Liedes gerecht zu werden. Wir freuen uns sehr darauf, mit Ihnen eine ganz besondere Reise zu unternehmen“

www.akemi-murakami.com