Philosophie im Schloss (VIII): Gert Heidenreich über Gottfried Wilhelm Leibnitz

Philosophie im Schloss (VIII): Gert Heidenreich über Gottfried Wilhelm Leibnitz

Auftaktveranstaltung 2026 der Reihe „Philosophie im Schloss“ 

Universalgenie mit Herz und Weitblick: Gottfried Wilhelm Leibniz

Der 1646 geborene Gottfried Wilhelm Leibniz gilt als das letzte große Universalgenie. Mit seiner Vorstellung von der Welt als einem System universaler Vernetzung war er seiner Zeit weit voraus – auch er selbst kommunizierte lebenslang mit Zeitgenossen aus aller Welt. In Anlehnung an Spinoza, dessen mechanistisches System er jedoch ablehnte, ging er von der Individualität und Beseeltheit aller Lebewesen und von der stetigen dynamischen Weiterentwicklung der Welt aus – Ideen, die so erst im deutschen Idealismus thematisiert wurden. Er erfand die Infinitesimalrechnung und das binäre Zahlensystem (Gott schuf aus dem Nichts:0 das Eine:1), auf dem unsere heutige Computertechnologie beruht, und arbeitete an einer symbolischen Universalsprache analog zur Mathematik, die ihn als spirituelles Ordnungssystem faszinierte. Gert Heidenreich stellt Leibniz vor und berichtet von den Hintergründen des Films „Chronik eines verschollenen Bildes“ über Leibniz von Edgar Reitz, zu dem er das Drehbuch verfasste.

Gert Heidenreich ist nicht nur als Schriftsteller und Essayist eine prägende Stimme der Gegenwartsliteratur, sondern auch als Sprecher und Interpret eine Legende.

Gert Heidenreich © Wikipedia

Der „wortmächtige Wortmaler“ (FAZ 2025) Gert Heidenreich wurde 1944 in Eberswalde geboren und wuchs in Darmstadt auf. Studium der Literaturwissenschaft in München. Seit 1967 Autor von Bühnenstücken, Reisebildern und Reportagen für Rundfunk und Zeitschriften, seit 1972 auch Sprecher für Medien und Hörbücher. Der „sprechende Schriftsteller“ (Magazin BÜCHER) lebt im 5-Seenland und in der Normandie.

„Das gigantische Werk dieses Freiheitsvorkämpfers der Kunst“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung) umfasst zahlreiche Romane, Erzählungen, Gedichtbände, Essays und Filmdrehbücher. Er wurde unter anderem mit dem Marie-Luise Fleißer Preis und dem Münchener Literaturpreis ausgezeichnet, für Drehbücher erhielt er Grimme-Preise 1986 und 2016, zusammen mit Edgar Reitz den Bayerischer Filmpreis 2013 und den Deutschen Filmpreis in Gold 2014. Der Marler Menschenrechtspreis von Amnesty International wurde ihm 2017 verliehen. Als „Bester Interpret“ erhielt er 2019 den Deutschen Hörbuchpreis.

Jüngste Publikationen u.a.: Die andere Heimat, Erzählung, 2013; Der Fall, Roman, 2014; Freiheit des Wortes, Essay, 2018; Schweigekind, Roman 2018; Adieu Amerika, Essay, 2020; Bigotte Sonntagsredner, Essay 2021; Phantasie kennt kein Gebot, Essay 2023; Das Meer – Atlantischer Gesang, Epos 2023; Leibniz – Chronik eines verschollenen Bildes, Drehbuch für Edgar Reitz 2025; Einen Leibniz schreiben, Essay 2025; Goethe kam aus dem Regen, Erzählungen 2025; Im Gegenteil, Erzählung, 2025

Eintritt: EUR 10 (Einheitspreis)

Reservierungen: schad.kulturverein@gmx.de oder Abendkasse